
I
Der Hans und die Grete tanzen herum
Und jauchzen vor lauter Freude
Der Peter steht so still und stumm
Und ist so blaß wie Kreide.
Der Hans und die Grete sind Bräutigam und Braut
Und blitzen im Hochzeitgeschmeide.
Der arme Peter die Nägel kaut
Und geht im Werkeltagskleide.
Der Peter spricht leise vor sich her
Und schaut betrübt auf beide:
"Ach, wenn ich nicht gar zu vernünftig wär,
Ich täte mir was zuleide."
II
"In meiner Brust da sitzt ein Weh,
Das will die Brust zersprengen;
Und wo ich steh, und wo ich geh,
Wills mich von hinnen drängen.
Es treibt mich nach der Liebsten Näh,
Als könnts die Grete heilen;
Doch wenn ich der ins Auge seh,
Muß ich von hinnen eilen.
Ich steige auf des Berges Höh,
Dort ist man doch alleine;
Und wenn ich still dort oben steh,
Dann steh ich still und weine."
III
Der arme Peter wankt vorbei,
Ganz langsam, leichenblaß und scheu.
Es bleiben fast, wenn sie ihn sehm,
Die Leute auf der Straße stehn.
Die Mädchen flüstern sich ins Ohr:
"Der stieg wohl aus dem Grab hervor?"
Ach nein, ihr lieben Jungfräulein,
Der legt sich erst ins Grab hinein.
Er hat verloren seinen Schatz,
Drum ist das Grab der beste Platz,
Wo er am besten liegen mag
Und schlafen bis zum jüngsten Tag.
Es ziehen die brausenden Wellen
Wohl nach dem Strand;
Sie schwellen und zerschellen
Wohl auf dem Sand.
Sie kommen groß und kräftig,
Ohn Unterlaß;
Sie werden endlich heftig -
Was hilft uns das?